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Diskriminierung im Praktikum oder Nebenjob

„Du vergraulst mir noch meine Stammgäste“

Dario jobbt neben der Schule in einer Gaststätte. Dort ist er haupt- sächlich im Küchenbereich tätig.

Nach einiger Zeit fragt er seinen Chef, ob er in die Bedienung wechseln kann. Er möchte durch das Trinkgeld, das er zusätzlich verdienen würde, seine Fahrstunden bezahlen. Sein Chef ist einverstanden und Dario kann sich an zwei Wochenenden als Kellner unter Beweis stellen.

Wenngleich sich Dario in der Bedienung gut behauptet, möchte sein Chef ihn wieder in die Küche versetzen. Er teilt Dario mit, dass einige seiner Stammgäste „unschöne“ Bemerkungen hinsichtlich seiner Herkunft gemacht hätten. Nun befürchte er, dass sie dem Lokal fernbleiben könnten, wenn er ihn weiter in der Bedienung beschäftigt.




„Spaghettifresser“

Mario, Jugendlicher italienischer Herkunft, in Deutschland geboren und aufgewachsen, macht sein Betriebspraktikum in einer Kfz-Werkstatt. Er möchte das Praktikum vor allem dazu nutzen, um sich dort anschließend um eine Lehrstelle zu bewerben.

Seine bisherigen Bewerbungen scheiterten letztlich am fehlenden persönlichen Kontakt zu Kfz-Werkstätten.

Das Praktikum macht ihm großen Spaß, wenngleich ein Mitarbeiter des Betriebes ihn von Anfang an „auf dem Kieker“ hat. Er kommandiert Mario herum, lässt ihn oft die „Drecksarbeit“ erledigen und stellt ihn vor der Kundschaft bloß. Wenn der Chef anwesend ist, zeigt sich der Mitarbeiter jedoch bemüht, Mario anzuleiten, ihm z.B. zu erklären, wie ein Ölwechsel durchzuführen ist. Ist der Chef weg, ändert sich sein Verhalten gegenüber Mario schlagartig.

Mario zeigt sich von diesen Ereignissen erst einmal unbeeindruckt, weil er einen „guten Draht“ zum Chef hat und „er ja ohnehin das Sagen dort hat“. Nachdem das Betriebspraktikum vorbei ist, sagt ihm der Chef, er sei sehr zufrieden mit ihm gewesen und wenn er wolle, könne er gerne eine Bewerbung vorbeibringen. Mario bietet ihm gleichzeitig an, dass er an zwei Nachmittagen in der Woche vorbeischaut und mit anpackt.

Mario schreibt eine Bewerbung und bringt sie persönlich vorbei. Dort fängt ihn der besagte Mitarbeiter ab, sagt ihm, der Chef sei heute nicht da, jedoch könne er seine Bewerbung an den Chef weiterleiten. Während er die Bewerbung entgegen nimmt, sagt er zu Mario, das erste, was er hier lernen müsse, sei, dass die Deutschen die „die besseren Menschen“ sein. Zwischen ihm und Mario kommt es zu verbalem Schlagabtausch. Mario beschimpft ihn als „Nazi“, im Gegenzug bekommt er zu hören, er sei ein „Spaghettifresser“.

Mario reißt seine Bewerbung aus der Hand seines Gegenübers und lässt sich in der Werkstatt nie mehr blicken. Uns erzählt er, er habe „keinen Bock auf solche Sprüche.“ Er habe mit seinem Onkel in Italien gesprochen. Dort werde er nach seinem Abschluss hingehen und in der Pizzeria seines Onkels jobben bis er dort eine Lehrstelle findet.
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