Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung
Online-Materialkompass soll die Verbraucherkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken
10.10.2011
Nach einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums (BMELV) unter Schülern, die bereits im Sommer 2010 vorgestellt worden war, kennen mehr als die Hälfte aller Jugendlichen ihre Rechte als Käufer nicht. 48 Prozent wissen nicht, wozu man ein Girokonto benötigt und mehr als zwei Drittel aller Jugendlichen hatten eklatante Wissenslücken im Bereich Internet und Telekommunikation. So kennen 66 Prozent nicht ihre günstigste Handy-Taktung, obwohl alle befragten Schüler ein Handy besitzen. 31 Prozent würden beim Online-Einkauf jederzeit bedenkenlos auch ihre private Telefonnummer angeben.
Der Materialkompass "Verbraucherbildung" wurde vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit finanzieller Unterstützung des Bundesverbraucherministeriums erstellt und ist Teil der BMELV-Initiative "Verbraucherbildung - Konsumkompetenz stärken". In der Online-Datenbank können Lehrkräfte fächerübergreifend nach praxistauglichen Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung recherchieren. Bislang enthält das Portal gut 180 bewertete Unterrichtsmaterialen zu den Bereichen Finanzkompetenz, Medienkompetenz, Ernährung, nachhaltiger Konsum und Verbraucherrechte. Die Beurteilung der Materialien basiert auf einer wissenschaftlich erarbeiteten, transparent dargestellten Bewertungsmatrix. Grundlage sind die Kriterien der Expertengruppe zur Bewertung von Unterrichtsmaterial der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) sowie die Erkenntnisse des Projektes zur "Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen" (REVIS).
Mit der Initiative "Verbraucherbildung - Konsumkompetenz stärken" des Bundesverbraucherministeriums soll ein bundesweites Netzwerk im Bereich der Verbraucherbildung geschaffen werden. Dieser Dialogprozess, der im November 2010 mit Vertretern aus Verwaltungen der Länder, Wissenschaftlern und Lehrkräften begonnen wurde, soll gute Beispiele zur Vermittlung von Alltagskompetenzen bundesweit bekannt machen und Anregungen zur Integration der Verbraucherbildung in den Unterricht geben. Letzteres ist auch das Ziel des Ideenwettbewerbs "Fürs Leben lehren".