Landesregierung schließt Pakt mit der Jugend
Kinder- und Jugendförderplan auf 80 Millionen Euro erhöht
10.6.2008
Die Landesregierung hat am 4. Juni 2008 mit den nordrhein-westfälischen Dachverbänden der Jugendorganisationen den „Pakt mit der Jugend“ geschlossen. Nach dem Abkommen wird das Land Nordrhein-Westfalen jährlich mehr als 80 Millionen Euro für die Jugendarbeit zur Verfügung stellen.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: „Die nordrhein-westfälische Jugendpolitik ist durch den Pakt mit der Jugend einen großen Schritt weitergekommen. Er stellt sicher, dass die Interessen der jüngeren Generationen auch künftig gewahrt werden. Dies ist uns in enger Zusammenarbeit mit den Jugendlichen und ihren Organisationen gelungen - ein in unserem Land noch nie dagewesener Prozess, der deutlich macht, wofür Nordrhein-Westfalen steht: ein Klima des Miteinanders, das jüngeren Menschen neue Gestaltungs- und Entfaltungschancen bietet“.
Ziele des Bündnisses sind:
- Förderung von Bildung und gemeinsame Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf zusammen mit den Jugendlichen
- Stärkung der Integration über interkulturelle Projekte mit Jugendlichen
- Stärkung der Demokratie durch bessere Beteiligung von Jugendlichen an den politischen Diskussionen
- Festigen des Generationenzusammenhalts
- Fördern des europäischen Gedankens und Stärkung des Bewusstseins für die Chancen und Perspektiven der Einen Welt
Generationenminister Armin Laschet wies auf die Bedeutung des Pakts in Zeiten des demografischen Wandels hin: „Das Bündnis verleiht der Jugend eine neue, unverwechselbare Stimme. Jugend will mitentscheiden und Verantwortung übernehmen. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der der Anteil jüngerer Menschen kontinuierlich sinkt. Im Jahr 2010 wird es in unserem Land erstmals mehr Menschen geben, die älter als 65 Jahre sind, als Menschen unter 20 Jahren.“ Ministerpräsident Rüttgers und Integrationsminister Laschet betonten, dass der Pakt mit der Jugend ein Bündnis mit allen Kindern und Jugendlichen sei.
Integrationsminister Laschet: „Wir müssen die Kinder mit Zuwanderungs- geschichte stärker ansprechen. In der Kinder- und Jugendarbeit können wir jetzt noch mehr Brücken zwischen den Kulturen bauen.“
Zu den Bündnispartnern zählen neben dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration der Landesjugendring Nordrhein- Westfalen e. V., die Arbeitsgemeinschaft „Haus der offenen Tür“ NRW, die Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit Nordrhein-Westfalen e. V., die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen und das Paritätische Jugendwerk NRW (alle Mitgliedsverbände unter www.mgffi.nrw.de).
Jugendminister Laschet zeigte sich erfreut, dass es gelungen ist, alle Organisationen von der Idee des Pakts zu überzeugen. „Mehr Beteiligung, mehr Bildung, mehr Integration - so lautet das Gebot der Stunde in der Jugendpolitik. Der Pakt greift es auf und unterstützt die Verbände, dies in konkrete Projekte umzusetzen.“ Mit der Finanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen werde der Jugendarbeit neues Gewicht verliehen und deren Rolle in einer zeitgemäßen Generationenpolitik gefestigt.
In Nordrhein-Westfalen leben rund 6,3 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 27 Jahren (Schwerpunkt: 6- bis 18-Jährige). Der Pakt mit der Jugend erreicht etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen (etwa 2,1 Millionen). Berücksichtigt man die mögliche Multiplikatorenwirkung in den Vereinen und Verbänden, könnte der Pakt seine Wirkung auf rund zwei Drittel aller jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen entfalten.
Weitere Informationen zum Pakt gibt es ab sofort unter www.yougle. nrw.de, einem neuen Jugendportal, das derzeit von Jugendlichen für Jugendliche als Informations- und Kommunikationsplattform in Nordrhein- Westfalen ausgebaut wird. Die Startseite wurde von Minister Laschet im Düsseldorfer Apollo-Theater freigeschaltet: „Bei yougle werden junge Menschen selbst aktiv. Sie können sich einbringen und etwas bewegen“.